B2B-Commerce braucht eigene Architektur: Kontohierarchien, Preise, Angebote, Zahlungsziele
Viele Vertriebsteams wickeln ihre größten Geschäftskunden noch über E-Mail und Telefon ab, PDF-Angebote inklusive. Der Prozess bleibt langsam, und niemand hat verlässliche Daten zum aktuellen Stand einer Bestellung. Das Vertriebsteam wird so selbst zum Datensystem, und Wissen geht bei jedem Personalwechsel verloren. Angepasste B2C-Plattformen stoßen hier an ihre Grenzen, denn Firmenkonten mit mehreren Einkäufern und gestaffelten Genehmigungen brauchen zusätzlich individuelle Vertragspreise und eine Architektur, die von Anfang an für B2B entwickelt ist. Wir setzen genau diese Architektur um, mit Spryker als Grundlage, seit 2018 als Partner.
Firmenkonten, Rollen und delegierte Rechte
Ein B2B-Kunde ist meist keine einzelne Person, sondern eine Organisation mit mehreren Einkäufern und ganz eigenen Limits und Genehmigungsketten. Genau darauf richten wir das Konto- und Rechtemanagement in Spryker aus: Firmenkonten und Unterkonten bilden die reale Struktur eines Kundenstamms ab, Rollen mit unterschiedlichen Berechtigungen steuern den Zugriff, und delegierte Rechte für einzelne Einkäufer innerhalb einer Organisation runden das Modell ab.
Preise direkt aus dem ERP-System
Kundenspezifische Vertragspreise, Mengenrabatte, zeitlich begrenzte Aktionspreise und Mindestmargen bestimmen, welchen Preis ein Kunde am Ende sieht. Wir verbinden ERP-System und Storefront direkt, sodass die Preise automatisch synchron bleiben. Veraltete oder falsche Preise im Shop entstehen dadurch erst gar nicht.
RFQ-Workflows für Verhandlungsprozesse
Hochwertige Käufe durchlaufen häufig eigene Angebotsanfragen mit mehreren Verhandlungsrunden, bevor intern die Genehmigung steht. Wir implementieren dafür RFQ-Workflows mit Versionsverwaltung über den gesamten Verhandlungsverlauf sowie eine CPQ-Integration für konfigurierbare Produkte. Jede Verhandlungsrunde bleibt dokumentiert, auch wenn sich die Zuständigkeit im Team während des Prozesses ändert.
Auftragsmanagement für Hunderte Positionen pro Bestellung
B2B-Bestellungen unterscheiden sich grundlegend von B2C-Bestellungen. Sie umfassen häufig Hunderte Positionen und mehrere Lieferadressen pro Bestellung, dazu Nachbestellungen auf Basis der Auftragshistorie. Wir übernehmen dieses Auftragsmanagement inklusive ERP-Synchronisation für Retouren und Gutschriften. Wie belastbar das im Tagesgeschäft ist, zeigt ein großer B2B-Marktplatz in Deutschland für Restposten und Liquidationsware: Die API-Latenz in zentralen Verkäufer-Arbeitsabläufen sank nach Refactoring und Modernisierung durch unser Team um 70 Prozent, während die Verfügbarkeit auf 99,9 Prozent stieg; die Liefergeschwindigkeit legte zusätzlich um 25 Prozent zu.
Kreditlimitverwaltung auf Kontoebene
B2B-Zahlungen laufen häufig über ein Zahlungsziel von 30 bis 60 Tagen und werden per Bestellung abgewickelt. Wir implementieren dafür eine Kreditlimitverwaltung auf Kontoebene mit laufender Abstimmung zum ERP-System. Kreditentscheidungen bleiben damit so aktuell wie die Auftragslage im ERP-System.
Self-Service-Kundenportal
Ein funktionales Kundenportal mit Bestellhistorie, Rechnungsdownloads und Lieferverfolgung nimmt dem Vertrieb einen Großteil der Routineanfragen ab. Wir entwickeln dieses Portal als festen Bestandteil der Plattform, sodass Einkäufer Standardvorgänge selbst erledigen und dein Vertriebsteam wieder Kapazität für Neugeschäft gewinnt.
Praxisbeispiel: Detlev Louis
Detlev Louis ist Europas größter Anbieter für Motorradbekleidung und -teile, inklusive Zubehör, mit mehr als 2.300 Mitarbeitern und B2B- wie B2C-Geschäft auf einer gemeinsamen Spryker-Plattform. Wir begleiten das Unternehmen seit 2018 als Implementierungs- und Entwicklungspartner. Neue Länder-Shops lassen sich seither in 20 Tagen pro Markt eröffnen, und die Seitenladezeiten verbesserten sich um 40 Prozent. Die Partnerschaft läuft ununterbrochen seit dem ersten Projekttag.
Eigene Architektur nötig
Mehrköpfige Einkaufsteams und gestaffelte Freigaben überfordern jede angepasste B2C-Plattform, kundenindividuelle Preise erst recht. B2B-Commerce braucht von Beginn an eine eigene, spezialisierte Architektur.
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