
Direktvertriebsstrategie für einen europäischen Farben- und Lackhersteller: ein vorstandsreifer Investitionsrahmen zwischen Kanalkonflikt und Make-or-Buy-Entscheidung.
Überblick
Kunde
Europäische Farben- und Lackmarke
Branche
Fertigung / Handel - Dekorationsfarben und Heimwerkerbedarf
Region
Deutschland; europaweiter Markenvertrieb
Größe
Muttergruppe mit rund 5.600 Mitarbeitenden; Umsatz rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro
Herausforderung
D2C-Strategie, Management des Kanalkonflikts, Rahmen für die Investitionsentscheidung
Leistungen
Abteilungsübergreifende Co-Creation-Workshops, strategische Bewertung der D2C-Chance, Investitionsentscheidungs- und Roadmap-Rahmen
Dauer
Laufend
Team
Nicht angegeben
5.600
Mitarbeitende in der Unternehmensgruppe
Platz 1
Marktposition in Deutschland und Österreich
Diese Fallstudie als PDF herunterladen
Teilbares Dokument · automatisch generiert · immer aktuell
Kundenkontext
Der Kunde zählt zu den bekanntesten Markennamen im europäischen Heimwerkerbereich, sein Vorzeigeprodukt ist Europas meistverkaufte Wandfarbe. Das Unternehmen gehört zu einem familiengeführten Beschichtungshersteller, der im späten 19. Jahrhundert gegründet wurde und in der Unternehmensgruppe rund 5.600 Mitarbeitende beschäftigt, bei einem Gruppenumsatz von rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Seine Marktposition hat der Kunde über Jahrzehnte durch verlässliche B2B-Vertriebspartnerschaften mit Händlern wie OBI, Hagebau und weiteren Fachhandelskanälen aufgebaut. Die Marke hält Platz eins in Deutschland und Österreich und zählt europaweit zu den drei führenden Marken für Dekorationsfarben im Bausektor. Der direkte Kontakt zu Endverbrauchern war über den größten Teil der Unternehmensgeschichte kein Bestandteil des Geschäftsmodells.
Die Herausforderung
Die Herausforderung, vor der der Kunde stand, war strategischer und nicht operativer Natur. Der Markt veränderte sich: Verbraucher erwarteten zunehmend, direkt mit den Marken hinter den Produkten in Kontakt zu treten, und das Wachstum eigener Direktvertriebskanäle in benachbarten Kategorien machte die Frage unausweichlich. Für ein Unternehmen, dessen Erfolg auf starken Großhandels- und Einzelhandelspartnerschaften beruhte, warf der Schritt in den Direktvertrieb an Endkunden jedoch handfeste Spannungen auf. Die erste Spannung betraf den Kanalkonflikt: Jede direkte Online-Präsenz lief Gefahr, von langjährigen Handelspartnern als Übergriff auf ihr Geschäft wahrgenommen zu werden - ein reales strategisches Risiko mit konkreten Folgen für die Großhandelsumsätze. Die zweite Spannung war organisatorischer Natur: Die internen Teams des Kunden waren auf B2B-Effizienz ausgerichtet - Logistik, Key-Account-Management, Handelsmarketing. Der Direktvertrieb an Endkunden verlangt dagegen ein anderes Betriebsmodell, von verbraucherorientierter Logistik bis zu Performance-Marketing. Diese Fähigkeiten fehlten intern, und offen war, ob sie selbst aufgebaut oder eingekauft werden sollten. Die dritte Spannung war finanzieller Art: Der Aufbau eines eigenen Online-Kanals erfordert Investitionen in Plattformen, Systemintegration, Logistik und Personal, noch bevor die erste Bestellung eingeht. Für ein Unternehmen, das seinen Erfolg an Großhandelsabsatzmengen misst, war die Rentabilität des Direktvertriebs alles andere als eindeutig. Die Unternehmensleitung brauchte einen Entscheidungsrahmen, der vor dem Vorstand Bestand haben würde.
Der Ansatz
Gradion trat nicht als klassischer Berater mit einer Foliensammlung auf, sondern als strategischer Partner, eingebunden in den eigenen Entscheidungsprozess des Kunden. Das Mandat war darauf ausgelegt, eine vorstandsreife Investitionsentscheidung zu liefern, keine bloße strategische Absichtserklärung. Die Arbeit begann mit moderierten Workshops, die Entscheidungsträger aus E-Commerce, Marketing und der Geschäftsleitung zusammenbrachten. Praktisch brachten diese Sitzungen das organisatorische Wissen und die Bedenken zutage, die jede glaubwürdige D2C-Strategie berücksichtigen muss; strukturell schufen sie die interne Abstimmung, ohne die keine Vorstandsentscheidung Bestand gehabt hätte. Anschließend führte Gradion ein strategisches Benchmarking durch und untersuchte, wie Challenger-Marken und digital gewachsene Anbieter den Einstieg in den Direktvertrieb in benachbarten Kategorien des Heimwerker- und Konsumgüterbereichs angegangen waren - nicht um deren Vorgehen zu kopieren, sondern um die Möglichkeiten mit Daten zu belegen. Ein zentrales Ergebnis war die Make-or-Buy-Analyse: eine strukturierte Bewertung, ob der Kunde die D2C-Fähigkeit intern aufbauen oder für zentrale Funktionen mit externen Spezialisten zusammenarbeiten sollte, durchgerechnet nach Kosten, Umsetzungskomplexität, Zeitrahmen und strategischer Passung zum bestehenden Vertriebsmodell. Entscheidend war, dass der finanzielle Business Case auch den Markenwert und den Wert der Kundenbeziehungen einbezog, statt sich auf den direkten Kanalumsatz zu beschränken - eine Neurahmung, die überzeugender wirkte als eine enge Betrachtung von Gewinn und Verlust im E-Commerce allein. Daraus entstand ein Investitionsentscheidungsrahmen auf Vorstandsebene: klare Szenarien, eine nachvollziehbare Begründung, Angaben zum Investitionsbedarf, eine Risikokartierung und empfohlene nächste Schritte.
Die Ergebnisse
Am Ende des Mandats stand ein vorstandsreifer Investitionsentscheidungsrahmen, geliefert innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens. Die D2C-Szenarien waren vollständig durchgerechnet, die Make-or-Buy-Pfade mit Transparenz zu Kosten, Risiko und Zeitrahmen bewertet. Es entstand eine abteilungsübergreifende Abstimmung: Die Teams aus E-Commerce, Marketing und Geschäftsleitung standen hinter einer gemeinsamen D2C-Erzählung, die sie selbst vor dem Vorstand vertreten konnten. Der Kanalkonflikt wurde innerhalb des strategischen Rahmens berücksichtigt, sodass die Beziehungen zu den Großhandelspartnern erhalten blieben. Für die anschließende Umsetzungsphase beauftragte der Kunde Gradion erneut als Partner. Am Ende des Mandats verfügte der Kunde über interne Teams, die die D2C-Chance selbst formulieren und verteidigen konnten, und über eine Unternehmensleitung mit der Zuversicht, danach zu handeln.
“Vielen Dank für die umfassende und aufschlussreiche Beratung durch Gradion, die es uns ermöglichte, dieses komplexe Thema in kurzer Zeit unserem Vorstand souverän zu präsentieren und zu vertreten. Es war unglaublich hilfreich und hat uns viel Zeit gespart.”
Head of E-Commerce & Marketing
Die führende europäische Marke für Farben und Lacke
Leistungen & Technologie
Erbrachte Leistungen
- Abteilungsübergreifende Co-Creation-Workshops
- Strategische Bewertung der D2C-Chance
- Investitionsentscheidungs- und Roadmap-Rahmen
- Make-or-Buy-Analyse
- Strategisches Benchmarking (D2C / benachbarte Kategorien)
- Szenariomodellierung auf Vorstandsebene
- Strategie für den Übergang vom B2B- zum D2C-Kanal
- Analyse und Entschärfung des Kanalkonflikts
- Bewertung der organisatorischen Bereitschaft
Technologie-Stack
- Custom technology stack
Engagement-Modell
Strategisches Beratungsmandat
Team
Nicht angegeben
Bereit für eine vorstandsreife Entscheidung zum Direktvertrieb an Endkunden?
Gradion begleitet die strategische Bewertung des D2C-Einstiegs von der Analyse bis zur Umsetzung.