Deine Produktionsdaten erreichen dein ERP nicht von selbst.
Deine Fabrik produziert längst genug Daten. Speicherprogrammierbare Steuerungen protokollieren jedes Ereignis, SCADA-Systeme zeigen dir den Linienstatus in Echtzeit. Dein SAP oder Infor weiß davon aber nichts. Ist ein Fertigungsauftrag fertig? Hat eine Charge die Qualitätsprüfung bestanden? Wurden Bestände zwischen zwei Lagerorten verschoben? Dein ERP-System kennt die Antwort erst, wenn jemand sie von Hand einträgt. Dein Finanzteam schließt bis dahin den Monat mit verspäteten Zahlen ab, und dein Produktionsleiter bekommt Schichtberichte, die nicht zu den Wareneingängen im ERP passen.
Das liegt nicht an einem einzelnen kaputten System. Die Ebene deiner Anlagen (OT) und die Ebene deiner Geschäftssysteme (IT) sind über Jahre von unterschiedlichen Teams, zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Annahmen darüber aufgebaut worden, wie sie einmal zusammenspielen sollen. Wir schließen diese Lücke systematisch: mit Protokollbrücken, Normalisierungslogik für deine Daten und ERP-Integrationsmustern, die aus Shopfloor-Ereignissen die geschäftsrelevanten Daten machen, auf die dein Team wartet.
OT/IT-Protokollübersetzung
Deine Anlagen sprechen Protokolle, die auf maschinelle Zuverlässigkeit ausgelegt sind: Modbus, Profibus, OPC-DA, in älteren Anlagen auch proprietäre Herstellerformate. Deine Integrationsarchitektur braucht dagegen OPC-UA oder MQTT, um diese Daten standardisiert und abfragbar in die IT-Ebene zu bringen. Wir entwickeln diese Brücke: Wir implementieren OPC-UA-Server dort, wo dein SCADA-System den Standard nicht selbst mitbringt, konfigurieren MQTT-Broker, die deine Maschinentelemetrie in strukturierte Topics aggregieren, und setzen Edge-Computing dort ein, wo Latenz oder Konnektivität eine reine Cloud-Erfassung unpraktisch machen. Du hast am Ende einen normalisierten Datenstrom, den deine Integrationsebene unabhängig von den einzelnen Anlagenprotokollen verarbeitet.
Daten-Normalisierung
Ein Ereignis von deiner CNC-Maschine, deiner Verpackungslinie und deiner Spritzgussmaschine sieht technisch jeweils anders aus, selbst wenn es dasselbe bedeutet. Bevor daraus ein Wareneingang in SAP oder eine Fertigungsauftragsbestätigung in Infor wird, müssen diese Daten in ein gemeinsames semantisches Modell überführt werden. Wir entwerfen diese Normalisierungsschicht zwischen den Rohdaten deiner Anlagen und deiner Integrationsebene: Wir definieren die Ereignistaxonomie, bilden anlagenspezifische Felder auf ein kanonisches Datenmodell ab, übernehmen die Umrechnung von Maßeinheiten und prüfen die Vollständigkeit, bevor ein Datensatz weiterläuft. Das Modell bleibt dokumentiert und versionskontrolliert – wichtig, sobald du eine Anlage ersetzt und die Mappings anpassen musst.
ERP-Integrationsdesign
SAP, Infor CloudSuite Industrial und Microsoft Dynamics haben jeweils eigene Integrationsmuster für Fertigungsabläufe. SAP nutzt IDocs und BAPIs für Fertigungsauftragsverwaltung und Warenbewegungen. Infor CloudSuite stellt REST-APIs bereit und läuft über einen ION-Integrationsbus für ereignisbasierte Kommunikation. Jede Plattform hat ihr eigenes Datenmodell für Fertigungsaufträge und weitere Geschäftsobjekte wie Qualitätsmeldungen oder Bestandsbuchungen, und genau das muss deine Integrationslogik berücksichtigen, damit nachgelagert keine Abstimmungsfehler entstehen.
Wir sind zertifizierter Infor-Partner mit abgeschlossenen Fertigungsimplementierungen, darunter Senior Aerospace Thailand und ein Hersteller von Industrieschaum, dessen Projekt die erste Infor-CSI-ERP-Implementierung in Vietnam war. Die Zertifizierung bedeutet: Unsere Integrationsmuster folgen den veröffentlichten Infor-Standards. Das senkt dein Risiko für Versionskonflikte und vereinfacht den Support, den du später brauchst.
MES als Übersetzungsschicht
Bei komplexen Produktionsabläufen vermittelt ein Manufacturing Execution System (MES) zwischen den Ereignisströmen deiner Fertigung und den Geschäftsobjekten in deinem ERP. Das MES bündelt maschinenbezogene Ereignisse im Kontext von Fertigungsaufträgen, verfolgt den Arbeitsfortschritt über alle Vorgänge hinweg und verwaltet Qualitätsprüfpunkte, bevor die Fertigstellung an dein ERP gemeldet wird. Wir planen die MES-Integration als Teil der gesamten Architektur vom Shopfloor bis zum ERP. Hast du bereits ein MES, geht es um das Integrationsdesign. Hast du keines, prüfen wir gemeinsam mit dir, ob du ein vollständiges MES brauchst oder ob eine schlankere Integrations-Middleware für deine tatsächliche Produktionskomplexität ausreicht.
Latenzarchitektur
Nicht jede Information aus deiner Fertigung hat dieselbe Zeitanforderung. Ein Qualitätsergebnis, das eine Linie stoppen soll, muss dein MES innerhalb von Sekunden erreichen. Eine Warenbewegung, die eine Finanzbuchung auslöst, darf auch erst innerhalb von Minuten in SAP ankommen – der Betrieb läuft davon unberührt weiter. Eine einzige Architektur für alle Daten mit derselben Latenzanforderung zu entwickeln, verschwendet Infrastruktur und schafft unnötige Komplexität. Wir gliedern deinen Datenfluss deshalb nach Latenzklassen: Echtzeit für Qualitätsauslöser und Maschinenalarme über Event-Streaming, nahezu Echtzeit für Fertigungsauftragsabschlüsse über Integrations-Middleware, und Batch-tolerant für Schichtzusammenfassungen und Bestandsabgleiche zu festen Zeiten.
Referenzen
Senior Aerospace Thailand: Präzisionskomponenten für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und industrielle Erstausrüster. Infor Syteline ERP war implementiert, aber nicht produktiv nutzbar – Produktionsdaten liefen über Tabellenkalkulationen, die Produktionseffizienz lag bei 55 statt der angestrebten 95 Prozent. Wir lieferten Automatisierung, die Integration des Fabriksoftware-Ökosystems und die Datenmanagement-Infrastruktur, die diese Lücke schloss.
Industrielle Sicherheitstechnologie-Gruppe: globaler Anbieter intelligenter Sicherheitslösungen. Wir glichen im Rahmen einer Digitalisierungsinitiative technische und geschäftliche Anforderungen zwischen Engineering- und Business-Teams ab – Voraussetzung für eine Integrationsarchitektur, die länger hält als das ursprüngliche Projektteam.
Medizintechnik-Hersteller (400 Mio. € Umsatz): ERP-Daten und Produktdaten aus dem PIM-System (Produktinformationsmanagement) drohten zwischen drei Märkten auseinanderzulaufen. Wir entwickelten eine proprietäre API-Integration, die Produktdaten und Lagerbestände alle 15 Minuten automatisch synchronisiert.
Internationaler Kunstbuchverlag: getrennte Systeme für Produktdaten, Lagerbestand und Bestellungen erzeugten manuellen Mehraufwand und hielten Lastspitzen bei Verkaufsaktionen nicht stand. Wir banden Microsoft Business Central als ERP in Echtzeit an; die Plattform verarbeitet heute 30 Millionen US-Dollar Handelsvolumen im Jahr stabil.
procelo GmbH: bevor ein KI-gestützter Datenanalyse-Agent für ERP-Daten in die volle Entwicklung ging, brauchte procelo den Nachweis, dass er über heterogene ERP-Schemata hinweg zuverlässig funktioniert. In acht Wochen erreichten wir eine SQL-Abfragegenauigkeit von über 80 Prozent.
Von 55 auf 95 Prozent Produktionseffizienz
Senior Aerospace Thailand erfasste 55 Prozent Produktionseffizienz gegenüber einem Gruppenziel von 95 Prozent. Wir entwickelten das Dashboard und die ERP-Integration, die diese Lücke schloss.
Beschreib uns deinen Produktionsdatenfluss.
Sag uns, welche Protokolle deine Anlagen nutzen und welches ERP du einsetzt. Wir entwerfen deine Integrationsarchitektur.