Deutscher Kassensoftware-Anbieter

Ein seit 1993 etablierter deutscher Anbieter von Kassensoftware baute mit Gradion eine mobile Android-Plattform auf, um neue Marktsegmente wie Foodtrucks und Pop-up-Händler zu erschließen.

Überblick

Kunde

Deutscher Kassensoftware-Anbieter

Branche

SaaS / Einzelhandelstechnologie / Kassensoftware – DACH

Region

Kehlbach, Rheinland-Pfalz, Deutschland (Kunden in über 30 Ländern)

Größe

11 bis 50 Mitarbeitende; rund 2 Millionen Euro Bilanzsumme (2023)

Herausforderung

Modernisierung der Altplattform und Übergang zu Mobilgeräten und Cloud

Leistungen

Produktmodernisierung, mobil-native UI/UX-Gestaltung, Überarbeitung der Systemarchitektur, strategische Technologiepartnerschaft

Dauer

laufend

Team

nicht angegeben

10.000+

Android-Installationen

9,4/10

OMR-Bewertung

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Kundenkontext

Der Kunde ist ein deutscher Anbieter von SaaS- und Einzelhandelstechnologie mit Schwerpunkt Kassensoftware in der DACH-Region und seit 1993 ein etablierter Name in der deutschen Kassensoftware-Branche. Drei Jahrzehnte lang baute das Unternehmen seinen Ruf auf einem Windows-basierten Kassensystem auf, das für Stabilität, Konfigurierbarkeit und eine enge Anbindung an die betrieblichen Abläufe von Restaurants, Boutiquen und Bäckereien in der DACH-Region bekannt war. Mit einem Portfolio, das Kassenterminals, Hotel-Property-Management-Systeme und Online-Bestellplattformen umfasst, bedient das Unternehmen einen breiten Kundenstamm kleiner und mittlerer Unternehmen in über 30 Ländern, über ein Netzwerk von mehr als 100 Kassenhändlern allein in Deutschland. Das Unternehmen ist gründergeführt und eigenfinanziert, mit einem Team von 11 bis 50 Mitarbeitenden, und hat seinen Sitz in Kehlbach, Rheinland-Pfalz.

Die Herausforderung

Das Windows-basierte Kassensystem war für eine Welt gebaut, die sich um das Unternehmen herum veränderte. Als sich der Markt in Richtung Mobilgeräte, Cloud und Echtzeitbetrieb verschob, entstand eine neue Kategorie von Kunden: Foodtruck-Betreiber, Pop-up-Händler, Standbetreiber auf Festivals, Schnellrestaurants und personalarme Betriebe, die tragbare, hardwareunabhängige Kassenlösungen benötigten. Diese Kunden hatten keine Geduld für reine Windows-Installationen, feste Hardware oder getrennte Backoffice-Systeme. Die unternehmerische Herausforderung war unmittelbar: Das Unternehmen überließ neue Marktsegmente Wettbewerbern, die von Anfang an mobil-nativ aufgebaut waren. Junge Geschäftsinhaber, die die nächste Generation der Kernkundschaft des Unternehmens darstellen, betrachteten ein Windows-basiertes Kassensystem als veraltete Technik, unabhängig davon, wie leistungsfähig es tatsächlich war. Die technische Herausforderung war ebenso anspruchsvoll: Ein cloudbasiertes, hardwareunabhängiges Kassensystem sollte zuverlässig auf Android-Geräten mit wenig Arbeitsspeicher laufen und gleichzeitig die Verbindung zu einer heterogenen Menge an Peripheriegeräten aufrechterhalten, darunter Kassenschubladen, Barcode-Scanner, Bondrucker, Waagen und Geräte mit veralteten seriellen Schnittstellen. Hinzu kam die Anforderung, bei fehlender Internetverbindung reibungslos in einen Offline-Synchronisationsmodus zu wechseln, denn in stark frequentierten Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben lässt sich eine durchgehende Verbindung nicht voraussetzen. Der Aufbau dieser Fähigkeit im eigenen Haus barg zudem organisatorische Risiken, da eine Umlenkung der internen Entwicklungskapazitäten auf ein komplett neues mobiles Projekt die bestehende Windows-Plattform und die Kundenbeziehungen hätte gefährden können.

Der Ansatz

Gradion ging mit dem Kunden eine Partnerschaft ein, um eine parallele, mobil-first ausgerichtete Produktlinie aufzubauen, die die bestehende Windows-Plattform nicht ersetzen, sondern um neue Märkte und Anwendungsfälle erweitern sollte. Die architektonische Grundlage war Android-nativ: Die Anwendung wurde so gebaut, dass sie reibungslos auf günstiger Android-Hardware im Consumer-Bereich läuft, um der Preisempfindlichkeit kleiner und mittlerer Unternehmen entgegenzukommen, die sich keine teuren, proprietären Terminal-Investitionen leisten konnten. Die Benutzeroberfläche wurde von Grund auf für die Touch-Bedienung neu gestaltet und bot eine minimalistische, intuitive Erfahrung für schnelle Transaktionen unter hohem Betriebsdruck. Die Anbindung der Peripheriegeräte erforderte systematische Entwicklungsarbeit: Gradion baute Plug-and-Play-Unterstützung für Kassenschubladen, Barcode-Scanner, Bondrucker und serielle Geräte auf, die IP-, Bluetooth-, USB- und veraltete serielle Schnittstellenprotokolle abdeckt. Die Integration von Waagen erweiterte die Plattform zusätzlich in den Lebensmitteleinzelhandel, wo gewichtsbasierte Preisgestaltung wesentlich ist. Das Backend wurde für den cloudnativen Betrieb mit PHP, MySQL und MongoDB ausgelegt, ein Technologiestack, der wegen seiner betrieblichen Flexibilität und der bestehenden Infrastruktur des Unternehmens gewählt wurde. Die Echtzeit-Datenverarbeitung wurde mit einer robusten Offline-Synchronisationsarchitektur kombiniert, sodass ein Verbindungsverlust während einer Stoßzeit den Betrieb des Terminals nicht zum Stillstand bringt. Selbstbedienungs-Kiosk-Abläufe wurden von Anfang an in die Architektur eingebaut, was den Weg für Konfigurationen in Schnellrestaurants öffnete und die Personalabhängigkeit in Betrieben mit hohem Kundenaufkommen verringerte. Auf der Infrastrukturseite setzte Gradion Cloud-Dienste von AWS ein, die auf die sich entwickelnde Roadmap des Unternehmens zugeschnitten waren. Die laufende Zusammenarbeit umfasst Fehlerbehebungen, die Weiterentwicklung von Funktionen, die Einhaltung deutscher regulatorischer Vorgaben wie der Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) sowie Leistungsoptimierung, während die Zahl der Android-Nutzer wächst.

10,000+

Android-Installationen

9.4/10

OMR-Bewertung

Die Ergebnisse

Die neue Plattform erreichte mehr als 10.000 Android-Installationen, was für eine schnelle Verbreitung in den Zielsegmenten des Unternehmens im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen spricht. Eine OMR-Bewertung von 9,4 von 10 gilt als starkes Signal für die Nutzerzufriedenheit, sowohl beim Einstieg als auch im täglichen Betrieb. Die Markterschließung wurde erweitert: Neue Segmente wie Foodtrucks, Pop-ups und Schnellrestaurants sowie die geografische Ausdehnung nach Österreich wurden durch den Wechsel zu Mobilgeräten und Cloud ermöglicht. Das Produktportfolio wurde diversifiziert, das Unternehmen bietet nun das klassische Windows-Kassensystem, ein cloudbasiertes Kassensystem, ein mobiles Android-Kassensystem und Selbstbedienungs-Kiosk-Modi aus einer Hand an. Das Android-Kassensystem mit Offline-Synchronisation unterstützt Betriebe in Umgebungen mit schlechter Internetanbindung, in denen feste Installationen nicht praktikabel sind. Es gab keine erzwungene Migration: Das Windows-Kassensystem und das Android-Kassensystem laufen parallel, sodass kein bestehender Kunde verdrängt wurde. Die AWS-Cloud-Architektur schafft eine zukunftsfähige Infrastruktur, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Funktionen ermöglicht, ohne das interne Team zu überlasten. Mit der TSE-Konformität wurden die deutschen fiskalischen Sicherheitsanforderungen erfüllt und damit die Position des Kunden im regulierten heimischen Markt geschützt.

Leistungen & Technologie

Erbrachte Leistungen

  • Produktmodernisierung
  • Gestaltung einer mobil-nativen Android-Benutzeroberfläche
  • Überarbeitung der Systemarchitektur
  • Integration von Peripheriehardware
  • Bereitstellung der Cloud-Infrastruktur
  • Entwicklung von Selbstbedienungs-Kiosk-Lösungen
  • Umsetzung der TSE-Konformität
  • Strategische Technologiepartnerschaft

Technologie-Stack

  • Android (native mobile Kassenlösung)
  • PHP, MySQL, MongoDB (Backend)
  • AWS (Cloud-Infrastruktur)
  • Bluetooth-, USB-, IP- und serielle Peripherieanbindungen
  • Offline-Synchronisationsarchitektur

Engagement-Modell

Strategische Technologiepartnerschaft

Team

Zur Teamzusammensetzung liegt in der Quelle keine Angabe vor.

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