Europas größte Handelskooperation
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Europas größte Handelskooperation: Wie sechsmonatiges Reverse Engineering eine undokumentierte Legacy-Plattform transparent machte, Dateninkonsistenzen halbierte und die Modernisierung ermöglichte.

Überblick

Kunde

Europas größte Handelskooperation

Branche

Handel / Mode- & Schuh-Einzelhandel

Region

Deutschland (Geschäftsaktivitäten in Deutschland, Benelux, Frankreich, Österreich, Schweiz, Schweden, Norwegen)

Größe

Muttergesellschaft: ca. 1.200 Mitarbeitende; 80.000 in Handelsunternehmen; 5.500+ Fachhändler; EUR 8,7 Mrd.

Herausforderung

Altsystemanalyse, Wiederherstellung der Dokumentation, Datenabgleich, Plattformstabilisierung

Leistungen

Altsystemanalyse & Reverse Engineering, Technische Dokumentation & Systemabbildung, Datenabgleich & Workflow-Optimierung, Backend-Stabilisierung, Planung neuer Plattformarchitekturen

Dauer

Laufend

Team

Nicht spezifiziert

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Kundenkontext

Der Kunde ist eine der größten Non-Food-Handelskooperationen Europas, Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet und mit Hauptsitz in Deutschland. Die Kooperation betreut über 5.500 unabhängige Einzelhändler in rund 10.000 Verkaufsstellen in Deutschland, Benelux, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Schweden und Norwegen. Ihre Geschäftsaktivitäten umfassen die Bereiche Schuhe, Mode und Sportbekleidung, die über mehrere spezialisierte Handelsmarken geführt werden. Das Gesamtgeschäftsvolumen erreichte 2024 8,7 Milliarden Euro. Der digitale Geschäftsbereich der Gruppe betreibt die Technologieplattform, die die Mitgliedshändler in einem hochvolumigen Transaktionsumfeld mit mehreren Marktplätzen unterstützt.

Die Herausforderung

Die digitale Plattform schien nach außen hin stabil. Sie verarbeitete täglich hohe Transaktionsvolumen über ein komplexes Netzwerk von Marktplätzen, das Hunderte unabhängige Einzelhändler bediente. Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität verbarg sich ein grundlegendes Problem: Niemand verstand wirklich, wie das System funktionierte. Über Jahre hatte die Plattform undokumentierte Änderungen angesammelt. Fest einprogrammierte Geschäftslogik war tief in der Codebasis verankert, während versteckte Abhängigkeiten Komponenten auf nie dokumentierte Weise miteinander verbanden. Redundanter Code hatte sich ohne Bereinigung ausgebreitet - das Systemverhalten war unter bestimmten Bedingungen schlicht unbekannt, bis es eintrat. Die Folgen waren sowohl operativer als auch strategischer Natur. Produktdaten waren systemübergreifend nicht synchron, was zu Preis- und Bestandsabweichungen bei den Händlern führte. Jede Diskrepanz verursachte Kosten und untergrub das Vertrauen der Einzelhändler. Das eigentliche Problem lag jedoch tiefer: Nichts ließ sich sicher beheben, ohne es zuvor zu verstehen. Jede Änderung an diesem eng verknüpften System barg das Risiko, an anderer Stelle unerwartete Folgeprobleme auszulösen. Der Kunde hatte klare Modernisierungsambitionen - aber die entscheidende Voraussetzung war Wissen, und dieses Wissen war nie systematisch erfasst worden. Gradion wurde ohne Einführung, ohne Dokumentation und ohne klaren Startpunkt beauftragt. Das Team stand vor einem Live-System, das nicht gestoppt werden konnte, und einem Unternehmen, das auf dessen ununterbrochenen Betrieb angewiesen war.

Der Ansatz

Gradions Engagement begann mit einer bewussten Entscheidung, der die meisten Teams ausweichen würden: sechs Monate damit zu verbringen, das System zu verstehen - bevor überhaupt Änderungen vorgeschlagen wurden. Das Team erarbeitete sich die Codebasis durch eigene Analyse, ohne Anleitung oder Dokumentation als Ausgangspunkt. Jede Komponente musste durch Logik-Nachverfolgung, Quellcode-Lektüre und Verhaltensanalyse unter verschiedenen Bedingungen kartiert werden. Das war Reverse Engineering im wörtlichsten Sinne: das ursprüngliche Design eines Systems aus seinen Artefakten rekonstruieren. **Systemkartierung:** Gradion verfolgte die Architektur der Plattform manuell nach. Abhängigkeiten zwischen Komponenten wurden identifiziert, fest einprogrammierte Geschäftslogik isoliert und die Regeln des Datenflusses dokumentiert. Versteckte Verbindungen, die bei einem unvorbereiteten Modernisierungsansatz zu Fehlern geführt hätten, wurden aufgedeckt und katalogisiert. **Dokumentationswiederherstellung:** Fehlende Dokumentation wurde von Grund auf neu erstellt. Wo sich die Logik nicht allein aus dem Code ablesen ließ, arbeitete Gradion direkt mit den internen Teams zusammen - um Geschäftsregeln zu rekonstruieren, die über Jahre ins System eingeflossen waren und oft nur im Gedächtnis langjähriger Mitarbeitender existierten. **Gezielte Korrekturen:** Änderungen wurden nur dort vorgenommen, wo das System vollständig verstanden war. Die Datensynchronisation wurde plattformübergreifend automatisiert und löste damit die Preis- und Bestandsabweichungen, die bei den Mitgliedshändlern für Reibung gesorgt hatten. Jede Korrektur wurde mit der Sicherheit vorgenommen, dass ihre Auswirkungen klar begrenzt waren. **Leistungsstabilisierung:** Zentrale Workflows wurden optimiert, um die wirksamsten technischen Ineffizienzen zu beseitigen, die in der Analysephase identifiziert worden waren. Keine breite Überarbeitung, sondern gezielte Eingriffe in Bereichen mit verifizierten Systemkenntnissen. Am Ende der sechsmonatigen Lernphase hatte Gradion vollständige Systemkompetenz erworben. Der Kunde verfügte erstmals über eine Plattform, die er verstand - klar, vorhersehbar und dokumentiert. Diese Arbeit legte das Fundament für ein strategisches Modernisierungsprogramm auf der Basis gesicherten Wissens statt bloßer Annahmen.

Die Ergebnisse

Dateninkonsistenzen halbiert: Preis- und Bestandsabweichungen über Systeme hinweg sanken nach gezielten Datensynchronisationskorrekturen deutlich. Vollständige Systemdokumentation neu erstellt: Das Team erstellte von Null an eine vollständige Übersicht über Geschäftslogik, Abhängigkeiten und Architektur - und ermöglicht damit erstmals sichere Weiterentwicklung. Onboarding neuer Ingenieure beschleunigt: Systemwissen ist jetzt kodifiziert; neue Ingenieure müssen sich undokumentiertes Verhalten nicht mehr erschließen. Plattformstabilität wiederhergestellt: Gezielte Workflow-Optimierungen beseitigten wirkungsstarke Ineffizienzen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Strategische Modernisierung freigegeben: Mit vollständigem Systemverständnis können künftige Plattformentscheidungen auf gesichertem Wissen statt auf Annahmen basieren. Das bedeutendste Ergebnis war keine einzelne Korrektur - es war die Tatsache, dass der Kunde Änderungen nun sicher umsetzen konnte. Der Weg zur Modernisierung wurde klarer, weil das Terrain gründlich kartiert worden war. Die meisten Teams beeilen sich, etwas Neues zu bauen. Die eigentliche Transformation für diese Organisation begann jedoch in dem Moment, als sie sich entschied, innezuhalten und das Bestehende zu verstehen. Diese Entscheidung machte alles andere möglich.

Leistungen & Technologie

Erbrachte Leistungen

  • Altsystemanalyse & Reverse Engineering
  • Technische Dokumentation & Systemkartierung
  • Datenabgleich & Workflow-Optimierung
  • Backend-Stabilisierung
  • Planung neuer Plattformarchitekturen

Technologie-Stack

  • Custom technology stack

Engagement-Modell

Eingebetteter Partner; Phasenansatz (Verständnis vor Veränderung)

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Beschreibt eure Herausforderung. Wir definieren den Umfang des Engagements.